Geistlicher Kampf




Als ich angefangen habe, meine eigene Connectgruppe in Frankfurt zu führen, war ich schockiert, wie wenig wir (die wir uns Christen nennen) über den geistlichen Kampf Bescheid wissen und wie sehr uns die dunklen Mächte paralysieren können. Also wollten wir in meinem Hauskreis dieses Thema als Erstes angehen. Um zu lernen, effektiver als bisher zu kämpfen. Als ich darüber nachgedacht habe, warum mir gerade dieses Thema so natürlich erscheint und wie ich anderen helfen könnte, hat der Herr mir gesagt, dass ich schon als Kind ein gutes Training bekommen hatte. Wie bitte? Ich wusste zuerst nicht, was Er damit meint, aber dann... - hat es mir eingeleuchtet...

Mein Papa hat eine Leidenschaft für Hunde gehabt. Wir Kinder sind mit Hunden groß geworden. Mit Hunden unterschiedlicher Größen, Charaktere, Bedürfnisse. Ob Deutsche Dogge oder Chihuahua, es war alles dabei.  Aber am meisten habe ich von dem Dogo Argentino gelernt. Dieser Jagdhund gehört vermutlich zu den fünf gefährlichsten und agressivsten Rassen. Es ist ein Jäger, ein hartnäckiger, durchaus unsensibler Hund, aber sein Verhalten kann man ganz gut einschätzen.  Papa hat uns ständig wiederholt: „Hunde spüren deine Angst. Du darfst ihnen deine Angst nicht zeigen, sonst greifen sie dich an. Du bist der Herr der Situation und hast immer und überall die Führung, unter allen Umständen. Du bist für deinen Hund verantwortlich. Du erteilst ihm Befehle, er gehorcht - und nie umgekehrt.”

Papa hat mir von den Instinkten der Hunde erzählt, davon, wie sie schlechte Erfahrungen im Gedächtnis abgespeichert haben und deswegen jetzt eben auf manche Reize so reagieren, wie sie reagieren. Er hat mir von ihren Schwächen und Stärken erzählt. Er hat mir beigebracht, dass ihr Geruchssinn viel besser ist als meiner, dafür ist aber ihr Sehvermögen viel schlechter. Er hat mich gelehrt, die Hunde ganz genau zu beobachten und schnell auf jede Veränderung in ihrem Verhalten zu reagieren. Er hat mir beigebracht, wie ich die Tiere schnell ruhig stelle, ohne mich dabei besonders anstrengen zu müssen. In unserer Familie waren nur Papa und ich (mit 14 Jahren) imstande, die Hunde auch draußen unter Kontrolle zu behalten. Und das deswegen, weil Papa mich trainiert hat. Er pflegte zu sagen, so einen Hund zu haben sei ähnlich wie eine Waffe zu besitzen. Eben - du musst ein solides Training dafür absolvieren.

Etliche Jahre später war ich noch darüber erstaunt, wie viele wichtige Fakten ich somit auch zum Thema "geistlicher Kampf" lernen durfte. Nun würde ich sagen, dass Christen heutzutage drei wichtige Sachen ignorieren:

Erstens den Fakt, dass Angst der Finsternis regelrecht die Tore öffnet. Angst funktioniert wie ein Magnet für Unreines und für dunkle Mächte. Denn in perfekter Liebe gibt es keine Angst.  Wenn wir Angst haben, vergessen wir, dass Er uns bedingungslos liebt und dass Er hinter uns steht. Zweitens kontrollieren wir zu wenig unser Benehmen, unsere Reaktionen und vor allem Worte, die wir aussprechen. Tod und Leben sind in der Gewalt unserer Zunge. Nicht nur WAS, sondern auch WIE wir etwas aussprechen, ist wichtig. Mit Authorität von oben verliehen. Meinen Hunden habe ich immer Befehle mit Authorität erteilt, schon als ein kleines Kind. Sie waren gehorsam, denn sie wussten, wer ich bin. Sie wussten sehr genau, dass sie gehorchen müssen, sonst werden sie es mit meinem Papa zu tun bekommen! Die dritte wichtige Sache ist Urteilsvermögen und geistliche Wahrnehmung.  Mehrere Leute haben versucht mich zu überzeugen, dass geistliche Unterscheidungsfähigkeit nur ein paar wenigen Auserwählten gegeben wurde. Nein! Im Rahmen der uns gegebenen Authorität müssen wir imstande sein, geistlich richtig zu urteilen und zu unterscheiden, sonst werden wir's nicht überleben, oder wir lassen uns zumindest schwer verwunden. Und das möchte unser himmlicher Papa bestimmt nicht.


Einmal haben wir für einige Personen, die unter Einfluss unreiner Geister standen, gebetet und der Gebetsleiter wollte uns vorab mit folgenden Worten beruhigen: „Habt keine Angst, es sind ja nur kleine Hunde!" Aber es lohnt sich nicht, wenn man auf geistlicher Ebene die Mächte nicht richtig unterscheiden und einschätzen kann. Die bedrückten Personen sind an jenem Tag so nach Hause gegangen, wie sie gekommen sind.. - und das hat mir das Herz gebrochen. Wir müssen doch wissen, ob vor uns ein Chihuahua oder ein Dogo Argentino steht! Unser Ansatz und Kampfstrategie wird dementsprechend ganz unterschiedlich sein.
In der geistlichen Welt sitzen wir bereits in himmlischen Sphären mit Jesus; wenn uns das bewusst wird und wenn wir dieses Bewusstsein für die uns verliehene Macht praktisch anwenden, dann werden wir in der Authorität des Himmels sprechen. Stell Dir das vor...  Zwischen dem Licht und der Dunkelheit gibt es keine Diskussion... Also sprich mit der Authorität des Himmels und sei das Licht der Welt!

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