Demütige Liebe
Die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, sie ist bescheiden, sie lehrt uns demütig zu bleiben und langsam gehen. Darüber habe ich viel von Daniel, einem behinderten Obdachlosen aus Rumänien, gelernt. Wie wir uns kennengelernt haben, war natürlich übernatürlich. Der Herr zeigte mir ihn mit strahlendem Licht auf einer Straße im Stadtzentrum. Zuerst lief ich vorbei, weil ich nicht wusste, wie ich ihn ansprechen sollte. Es war ein heißer Sommertag, so sagte der Herr mir, dass ich ihm eine Flasche Wasser geben soll. Wunderbar! Das schaffe ich! Er saß da, mit seinen verformten Füßen von ihm gestreckt. Also kniete ich mich nieder und fragte, ob er Durst hat. Er verstand mich nicht, so ich zeigte ihm die Flasche. Er sagte ja und wir fingen an zu sprechen. Dann aßen wir und tranken Kaffee zusammen. Ich sagte ihm, dass ich gläubig bin, und er erklärte mir, dass er katholisch ist. Das überraschte mich, dass ich davonausgegangen war, er sei nicht gläubig. Es ...