Sanftes Flüstern
Während meines letzten Besuchs in Jerusalem konnte
ich die Intensität des geistlichen Kampfes sehr deutlich spüren. Am ersten
Abend legte ich mich erschöpft ins Bett und bin sofort eingeschlafen. In den
frühen Morgenstunden wurde ich durch eine sehr laute Stimme von einem Muezzin
geweckt, als er alle Muslime zum Gebet rief. Er wurde dann von den Stimmen der
anderen Muezzins aus anderen Moscheen begleitet. Die Stimme des Mannes klang
ernst, stabil, fast militär. Als ich auf mein Handy schaute, es zeigte 5Uhr
morgens an. Um genau diese Zeit wache ich normalerweise auf, um einige Zeit mit
Gott zu verbringen, bevor der Tag beginnt. Und plötzlich hörte ich Seine
Stimme, wie Er sagte, dass Er selbst Seine geliebten Kinder ständig zum Beten
ruft. Er schreit nicht, Er macht das nicht mit Gewalt. Er flüstert und Er lässt
uns immer die Wahl. Die Stimme des Heiligen Geistes ist sehr sanft, nicht gewaltig,
aber trotzdem ruft Er uns ständig und weckt uns, um zu kämpfen. Nicht nur
fünfmal am Tag, sondern Er lädt uns permanent ein, mit Seiner liebevollen
Stimme.
Das erinnerte mich an Elia, als er weg von Isebel
um sein Leben lief. In dieser Geschichte in 1. Könige 19,11-12 sagte der Herr:
„Komm heraus und stell dich auf den Berg vor den Herrn! Da zog der Herr
vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen
zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem
Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr war nicht im Erdbeben. Nach dem Beben kam
ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes,
leises Säuseln.”
Er kommt sanftmϋtig. Du kannst keinen dazu zwingen,
dich zu lieben. Nicht mal durch Bedrohungen oder Versprechen, nicht mal durch
Kraft oder Angst. Nur dann, wenn die Person deine innere Schönheit entdeckt,
dein offenes Herz und deine reinen Motiven sieht, dann kommt das Verliebt-sein.
Er/Sie beginnt, sich danach zu sehnen, mehr Zeit mit dir zu verbringen, würde
alles tun, um dich zum Lachen zu bringen, fühlt sich wohl und heil in deiner
Gegenwart. Es ist genau das Gleiche mit unserem Herrn. Er lädt uns dazu ein,
Ihn besser kennenzulernen, mehr auf Seine Schönheit, Herrlichkeit und
Heiligkeit zu schauen, Seine Gegenwart zu suchen, Ihm zuzuhören, was Er uns mitteilen
möchte, damit wir Seine Perspektive empfangen kӧnnen.
Es gibt nur zwei Beweggründe aller menschlichen
Taten auf dieser Erde. Es ist entweder Liebe oder Angst. Angst kann Menschen,
auch Christen, manipulieren, um Dinge zu tun, die sie nicht tun wollen, und
Angst kann auch Menschen davon abhalten, Dinge zu tun, die sie wirklich tun
wollen. Angst lähmt uns. Wir sind oftmals getrieben durch Angst vor Mangel,
Angst vor Verlust unseres guten Rufes, Angst, allein zu sein und Angst, etwas
zu verlieren, was wir nie wirklich besessen haben. Angst macht uns müde und
saugt das Leben aus uns heraus. Der zweite Motivationsgrund ist die Liebe. Wenn
wir etwas für andere aus Liebe tun, freuen wir uns darϋber, wir sind erfüllt,
es ist einfach, es macht Spaß. Es bringt uns Leben und Freude. Gott lädt uns
ständig in diese Liebesbeziehung mit sich selbst ein, in eine Beziehung voller
Freude, Frieden und Leben, in eine Beziehung voll von Seiner grenzenlosen
Liebe, Hoffnung und Vertrauen.
Heute ist der richtige Zeitpunkt, um eine
Entscheidung zu treffen. Werden wir Menschen um uns herum durch Angst
manipulieren oder werden wir sie lieben und sie zur Liebe einladen? Um den
Einzigen, der alles aufgegeben hat, damit Er mit uns sein kann, zu lieben?
Wirst du fϋr einen Moment alles auf die Seite legen, um Ihm zuzuhören, wenn Seine
ruhige, liebevolle Stimme dich ruft zu lieben? In der Offenbarung sagt der Herr,
dass diejenigen, die den Ruf des Geistes und der Braut hӧren, diese Einladung
an alle, die durstig und hungrig nach Gott sind, weitergeben sollen.
Offenbarung
22,17: „Der Geist und die Braut sagen: »Komm!« Und wer das hört, soll auch rufen:
»Komm!« Wer durstig ist, der soll kommen. Jedem, der es haben möchte, wird Gott
das Wasser des Lebens schenken.”

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