Man weiß nie!
Was für eine
Herausforderung! Nachdem ich über zwei Jahre für eine Gebetsgruppe bei mir zu
Hause gebetet hatte, geschah es! Meine Gemeinde in Wiesbaden suchte schon seit
längerer Zeit einen Ort, eine Gebetsgruppe in Frankfurt zu starten, damit
Menschen in unserer Stadt regelmäßig zusammenkommen können. Wow! Dann kam die
zweite Herausforderung mit der Frage, ob ich die Gruppe leiten könnte. Ja
natürlich! Aber ich hatte großen Respekt, ich hatte seit ich etwa 13 Jahre alt
war an verschiedenen Gebetsgruppen teilgenommen. Ich respektierte und ehrte immer
meine Leiter, bewunderte ihre Weisheit und die Art und Weise, wie sie die
anderen liebten. Bin ich dafür bereit? Sicherlich nicht! Du kennst mich, Herr, ich
kann es nur, wenn Du mich führst! Ich will Dir folgen, Heiliger Geist! Jedes
Mal, wenn wir zusammen kommen! Immer! Nicht aus eigener Kraft. Ich wünsche mir keine
Diskussionsgruppe, Herr, ich wünsche mich eine Familie. Also, Herausforderung
angenommen.
Jedes Mal als ich mich für das Treffen vorbereitete, ging ich auf meine Knie, und fragte den Herrn,
was Er tun wollte. Und ich bekam immer eine Antwort! Jedes Mal! Meine ersten
Themen waren Buße, Vergebung, dann ermutigte ich die anderen ihre
Lieblings-Bibelgeschichten zu teilen und ihre persönliche Bedeutung zu erklären.
Einmal als ich für die Gruppe betete, hörte ich: „Du solltest nicht ein anonymes
Leben führen. Erzähl ihnen deine Geschichte!“ Ich dachte ok, Herr, die Gruppe
ist jetzt stabiler geworden, ich kann es machen. Die kurze oder die komplette
Version? Die Antwort war doch klar 😊
An diesem Abend kamen vier neue
Leute. Herr, was bedeutet das? Soll ich die tiefsten Gefühle meines Herzens mit
diesen ´Fremden´ teilen? Was hast Du Dir dabei gedacht? Meine Co-Leiter waren
da, und ich befürchtete, dass ich am Ende wie ein Idiot dastehen würde. Aber
ich wusste, Er hatte Seinen Plan nicht geändert. Also fing ich an zu erzählen, öffnete
mein Herz, und ehrlich, als ich
bestimmte kontroverse Themen berührte, war ich
mir fast sicher, dass einige Leute aufstehen und weggehen würden. Aber zu
meiner Überraschung hörten sie alle bis zum Ende zu. Ich sah Tränen, ich sah Erstaunen,
ich sah Verständnis in ihren Augen. Ich war so erleichtert. Wir wurden Familie! Wir fingen an tiefere
Dinge unserer Herzen mitzuteilen.
ABER bei dem Treffen war auch
eine junge Frau, die nie wieder bei uns auftauchte. Ich dachte, gut Herr,
vielleicht war es zu viel für sie, vielleicht sollte ich doch nicht alles
teilen. Wir schickten ihr unsere Einladung-Emails weiter, aber es kam nie eine
Antwort. Stell dir meine Überraschung vor, als ich einige Monate später eine E-Mail
von ihr erhielt. Sie bedankte sich und teilte ihr Zeugnis mit. Am Ende des
Treffens beten wir immer für diejenigen, die ein Gebet brauchen, vor allem für
kranke Menschen. Diese Frau hatte sehr große Eierstock Zysten, sodass die Ärzte
schon eine Operation geplant hatten. Die Hormontherapie wurde abgesetzt, und
sie sagte, dass als wir beteten, spürte sie, wie sie komplett geheilt wurde. Am
Tag als diese E-Mail gesendet wurde, hatte sie eine Kontrolle beim Arzt und
alle Zysten waren weg! Komplett verschwunden! Der Arzt konnte es nicht glauben.
Was für eine Überraschung! Bis dahin war ich mir sicher, dass ich mit ihr
irgendwie versagt hatte! Und in der Zwischenzeit geschah etwas so wunderschönes!
Ich habe mich so geirrt! Meine Perspektive war komplett anders als Seine! Ich
erkannte, dass wir manchmal nicht hinter die Kulissen sehen können. Manche
Tatsachen bleiben für bestimmte Zeit vor uns verborgen. Ich bin mir sicher,
dass es dafür immer einen guten Grund gibt. Wir können nur gehorsam sein, tun,
was Er sagt und Ihm dann vertrauen, dass Er sich um den Rest kümmert. Er
arbeitet ständig! Anstatt uns Sorgen zu machen, können wir sicher sein, dass er
Seine Verheißungen in Seiner Zeit erfüllt.
Es hat mich gelehrt,
mehr Demut und Bescheidenheit zu haben. Ich muss nicht das ganze Bild sofort
sehen, ich muss nicht alles verstehen und ich werde es sicherlich auf dieser
Erde nicht kapieren. Aber ich muss und will Ihn lieben, Ihm zuhören und mich
ganz hingeben. Vor allem dann, wenn ich es nicht verstehe.

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