Vertraust du Ihm?


Schon am dritten Tag meines Aufenthaltes in Nepal bekam ich diesen fiesen Durchfall. Es überraschte mich wirklich, ich war mir sicher, dass mir so was nicht passieren kann. Ich war vorsichtig mit Lebensmitteln, wusch meine Hände mit der antibakteriellen Seife, trank nur gekauftes Wasser in Flaschen. Aber einmal vergaß ich das und putzte meine Zähne mit ungefiltertem Wasser. Nur einmal, aber es hatte gereicht, um mich in Schwierigkeiten zu bringen...

Aber ich war entschlossen, nichts von unserer Reise zu verpassen! Und meine super geduldigen Freunde ermöglichten es. Wir mussten häufig Pausen machen, waren ständig auf der Suche nach Toiletten, wenn ich umkippte, hielten sie meine Beine hoch..  Sicherlich machte das ihnen auch nicht so viel Spaß. Aber seitdem ich das Land betreten hatte, hörte ich ständig diese leise Stimme, die mich fragte: „Vertraust du Mir? Vertraust du Mir WIRKLICH?“ Immer wieder, immer wieder... Ich dachte mir, was für eine angemessene Zeit fϋr so eine Frage. Aber die Stimme wollte nicht aufhӧren, also musste ich reagieren. Meine Seele schrie: „Herr, Du weißt doch, dass ich Dir vertraue!“ Und dann proklamierte ich eins nach dem anderen: „Ich vertraue Dir, Herr, mit meiner Familie! Ich vertraue Dir mit meiner Zukunft! Ich vertraue Dir mit meinem Job! Ich vertraue Dir mit meinen Finanzen! Ich vertraue Dir mit meiner Gesundheit! Ich vertraue Dir mit allem, was ich bin, und allem, was ich habe!“ Und dann endlich hörte ich: „So vertraust du Mir wirklich? Denn ICH VERTRAUE DIR“. Und ich sah einen sehr wertvollen Schatz in schmutzigen kindlichen Händchen. Der Vater hat uns den kostbarsten Schatz geschenkt: Seinen einzigen geliebten Sohn. Er gab uns Jesus als Opfer, um den Preis zu zahlen, damit wir in Ihm lebendig werden kӧnnen. Er hat uns das Kreuz und seine Kraft in unsere kleinen Hände gegeben und dann sagte Er: „Ich vertraue euch das an. Ihr seid meine Auserwählten, ihr seid meine Geliebten. Ich vertraue euch.“

Dies rief eine Erinnerung von einem Samstagmorgen wach. Ich machte mich für die Frϋhschicht im Krankenhaus bereit und dachte, wie hart es ist, 12 Tage durchzuarbeiten, ohne ein einzigen Tag frei zu haben. Als ich mich über meine Situation innerlich beschwerte, sah ich plötzlich Jesus am Kreuz hängend und hӧrte wie Er zu mir sagte: „Ich bin gestorben, damit du raus gehen kannst." Plӧtzlich schämte ich mich sehr und wollte mich nur irgendwo verstecken. Meine Perspektive veränderte sich sofort: „Es tut mir leid, Herr, Du hast die harte Arbeit vollgebracht, so dass ich rausgehen und die Verlorenen zu Dir bringen kann. Danke, danke, dass Du mich dafϋr ausgewählt hast. Was für ein Privileg! Ich gehe mit einem frӧhlichen Herzen!“ Und als ich verstanden hatte, was ich fϋr Ihn tun darf, spϋrte ich Freude pur!

Zurϋck nach Pokhara, Nepal. Nachdem ich die Worte hӧrte, dass Er mir vertraut, verbrachte ich den Abend alleine in Seiner Gegenwart. Weil ich körperlich erschöpft war, konnte ich nur in meinem Bett liegen, unfähig mich zu bewegen, nicht mehr in der Lage zu singen oder laut zu beten. Aber ich betete Ihn an von meinem ganzen Herzen, von meiner ganzen Seele, vӧllig gedemütigt durch Seine Liebe und Vertrauen. Am nächsten Tag ging es mir kӧrperlich schon viel besser, paar Tage später besuchte ich den Himmel zum ersten Mal und zwei Wochen später bat Er mich, meinen Job zu kündigen. Ich war in der Lage sofort Ja zu sagen, weil Er mein Herz durch Seine Liebe und Vertrauen zuerst vorbereitet hat. Danke Jesus fϋr Deine wunderbare Sanftmut!


Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Kindlicher Glaube

Erste Liebe

Krankenhausgeschichte I