Erste Frϋchte


Es muss doch noch mehr geben! Es muss einen Weg geben, wie ich Jesus mehr in meinen Alltag bringen kann. Ich hatte diese zwei verschiedene Identitäten satt: zu Hause oder mit anderen Christen hatte meine bessere Hälfte durch das Gebet und den Lobpreis immer eine tolle Zeit mit Gott, aber an meinem Arbeitsplatz war das eine andere Geschichte. Oft gestresst, ungeduldig, sehr kritisch gegenϋber anderen... Mein Problem war nicht die Tatsache zuzugeben, dass ich eine Christin bin, aber oft befand ich mich durch den hektischen Zeitplan in einem Überlebensmodus. Ich konzentrierte mich vӧllig auf meine Aufgaben und darauf, diese so schnell wie mӧglich zu erledigen. Es war, als hätte ich absolut keine Zeit mehr ÜBRIG, um über Jesus nachzudenken oder ϋber Ihn zu sprechen. Meistens war ich am Ende des Tages froh, wenn alle meine Patienten auf der Intensivstation überlebten... Und dazu kam noch etwas: ich war in einer deutschen und fϋr mich fremden Umgebung. Ich bin hier nicht aufgewachsen, habe hier auch nicht studiert und beherrschte die Sprache weit entfernt von perfekt. Ich fühlte mich unvorbereitet, konnte die kulturellen Differenzes nicht begreifen, war ein reines Praxislernen.

Als ich eine leitende Position in einer kleinen Krankenhausabteilung bekam, wollte ich diese Autorität unbedingt nicht nur professionell, sondern auch geistlich ausϋben. Ich wollte damit weise umgehen.

Zum Glück hatte unser Pastor Berufserfahrungen als Pflegepersonal im Krankenhaus. Also fragte ich ihn neugierig: wie kann ich meinen Glaube in meinem Arbeitsplatz mehr einsetzen, wann kann ich für meine Patienten beten und wie sollte ich mit den kulturellen Unterschieden umgehen? Das, was er antwortete, hat mein Leben verändert: "Du solltest nicht unvorbereitet in das Krankenhaus gehen. Stehe einfach eine Stunde früher auf, lass dich zuerst durch den Heiligen Geist füllen, bete und bleibe in Seinem Wort. Frag den Heiligen Geist ganz konkret, was Er an diesem Tag tun mӧchte, sodass du schon vorher auf bestimmte Situationen und Personen vorbereitet bist." Ich bedankte mich bei ihm für die tolle Idee, und dachte: naja, jetzt kannst du statt 6 Uhr schon um 5 Uhr aufstehen! Echt toll! Aber ich war gespannt und musste das unbedingt ausprobieren! Am Anfang war es nicht einfach, zuerst stand ich nur zweimal in der Woche so frϋh auf, dann jeden zweiten Tag, bis ich nach einigen Wochen etwas Merkwürdiges bemerkte. Die Tage, an denen ich frϋher aufstand, waren so viel besser! Ich wollte die Woche nicht mehr nach meiner alten Routine verbringen! Was ich morgens erlebte, war so spannend, erfrischend, voll von Leben und Freude. Ich konnte es KAUM ABWARTEN, morgens aufzuwachen, und war meistens schon vor 5 Uhr ganz wach. Zuerst lud ich den Heiligen Geist ein und bat Ihn, meine Bibel mit mir zu lesen und mir die Geheimnisse Gottes zu offenbaren. Und das Wort wurde lebendig! Es fühlte sich an, als wϋrde ich Jesus selbst hӧren, die Worte berϋhrten direkt  mein Leben und ich konnte neue Wahrheiten entdecken. Nach etwa einer halben Stunde fing ich an zu beten, mein Zimmer wurde mit Seiner Gegenwart erfϋllt und ich gab Ihm einfach meinen Tag, meine Hände, meine Seele, meine Gedanken, meine Gefühle, meinen Mund, meine Ohren. Manchmal sah ich im Gebet verschiedene Gesichter vor mir, manche von meinen Arbeitsplatz, manchmal errinnerte Er mich daran, Geduld zu haben und manchmal erlebte ich starke Ausgieβung der Friedens, als wäre ganz viel Ӧl ϋber mich ausgeschϋttet worden. Und ich wusste, dass egal was an diesem Tag passieren wϋrde, ich meine Nerven und meinen Fokus nicht wϋrde.

Auf dem Weg ins Krankenhaus sang ich in meinem Auto laut Lobpreislieder, und als ich meine Abteilung eintrat, war ich nicht allein. Die Gegenwart Gottes ging mit mir rein. In der Regel kam ich etwas früher so ich ZUERST die Zeit mit meinen Krankenschwestern genieβen konnte. Vor allem erzählte ich einige „Jesus-Geschichten“ (was ich mit Jesus erlebt habe) und war ϋberrascht, wie offen und hungrig sie waren! Sie wollten immer noch mehr hören und später erfuhr ich, dass sie diese Geschichten auch an ihre Kollegen und Freunde weitererzählten. Unsere Patienten spϋrten selbst die Veränderung der Atmosphäre. Die begannen zu sagen: „Ach, es ist so gut und freundlich hier, wir freuen uns auf die nächste Kontrolle.“ Christen sprachen oft spontan über ihren Glauben, eine Dame fühlte eine unglaubliche Stärke, die aus mir herauskam, während ich sie mit dem Ultraschall untersuchte, ein Mann sah mein Gesicht glühen während einer Schrittmacher-Kontrolle. Ich konzentrierte mich ganz auf die Untersuchungen und es war mir nicht bewusst, was sie sahen. Ich habe die Gewohnheit entwickelt, den Heiligen Geist zu fragen, wenn ich mir nicht sicher war - und Er gab mir immer die perfekte Antwort! Er lehrte mich viel über Lügen, die meine Patienten glaubten, und so konnte ich einfach das Gegenteil – die Wahrheiten - in ihr Leben sprechen. Ich lernte auch, dass sich ein Gespräch mit Menschen nicht nur auf der körperlichen und seelischen Ebene abspielt, sondern auch auf einer geistlichen Ebene. Jeder Mensch hat einen Geist! Wir sind doch nach Seinem Bild geschaffen! Und selbst wenn dieser Geist ausgemagert ist, schwach ist oder schlummert, ist er immer noch da! Da ich immer nur eine sehr kurze Zeit mit meinen Patienten hatte, lernte ich, während des Gespräches den Blickkontakt zu halten, gleichzeitig still beten, um den Geist anzusprechen und wecken. Meistens kamen die Worte des Lebens, der Ermutigung, der Hoffnung, Worte, dass sie wertvoll sind und dass die eine bestimmte Berufung haben. Viele musste ich davon überzeugen, dass ihr Herz gesund ist (ich bin Kardiologin), aber eher die Seele Heilung braucht, dass die besser für sich sorgen und sich ϋber kleine Fortschritte freuen sollten. Die Inspiration des Heiligen Geistes ist unerschӧpflich! Meine Belohnung war zu sehen, wie diese Menschen mein Zimmer mit einem Lächeln auf ihrem Gesicht verlieβen, mit der Hoffnung, dass es nie zu spät für einen neuen Anfang ist.    

Sprϋche 18,21 sagt: Tod und Leben steht in der Zunge Gewalt, wer sie liebt, der wird von ihrer Frucht essen.

Ich war erstaunt ϋber die Früchte, die aus der gemeinsamen Zeit mit Gott morgens, rauskamen. Ich bin davon überzeugt, dass eine besondere Salbung in den ersten Stunden unserer Tage steckt. Gott hat mich auf das Prinzip des Zehnten erinnert. Wir kennen das vor allem aus der finanziellen Sicht, ich glaube aber, dass es auch unsere Zeit umfasst. Lasst uns ehrlich sein, ist die Zeit in unserer westlichen Kultur nicht viel kostbarer als das Geld? Wir sollten das Land (3.Mo 27,30), die Herde (3.Mo 27,32) zehnten, die Erstgeborenen dem Herrn widmen, den Zehnten von unserem Getreide, Wein, Öl geben (5.Mo 14,23). Warum dann nicht auch die Zeit? In 5.Mo 26,2 steht: legt die ERSTEN FRÜCHTE in einen Korb... Es hat nie funktioniert, als ich versuchte, dem Herrn die Reste von meiner Zeit, die Reste von meiner Energie, den Rest meines Tages zu geben... Aber als ich begann, Ihm die Erstlinge zu geben, die erste Stunde meines Tages, hat Er das in einer sehr extravaganten Art geehrt. Wenn du dem Herrn den Zehnten zurϋckgibst, dann setzt das etwas frei und du wirst dich danach sehnen, dein ALLES zurϋckzugeben. Und das ist genau das, was Gott von dir fordert: dein GANZES Herz, dein GANZES Denken, ALLE deine Tage, dein GANZES Geld, ALLE deine Fähigkeiten - weil Er einfach mit dir sein will, Er wartet gerade jetzt darauf, dass du zu Ihm kommst! Wirst du?


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