Offenbarung Seiner Liebe
Es hat
einfach keinen Sinn gemacht. Die Bibel sagt: Wir wissen aber, daß
denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach dem
Vorsatz berufen sind. (Röm 8:28). Ich konnte es aber nicht
verstehen, wie der Selbstmord unseres geliebten Vaters etwas Gutes in unseren
Leben bewirken konnte??. Ich war damals 22 Jahre alt, meine beiden Schwestern
20. Wie kann daraus etwas Positives entstehen?? Wenn ich könnte, würde ich
einfach Gottes Existenz verneinen und mein Leben weiter ohne Ihn führen. Zu
diesem Zeitpunkt kannte ich Ihn aber schon gut genug um das sagen zu können.
Doch viel schlimmer war der Fakt, dass Er meinen Vater mit einem einzigen Wort
hätte heilen können.. Aber Er hat es nicht gemacht..
Meine Frage war also, was soll ich nun
mit meinem Gott machen? Ich kann nicht behaupten, dass Er nicht real ist und
ich kann auch nicht behaupten, dass Er nicht allmächtig und souverän ist. Also
entschied ich mich, Ihm zu sagen: "Lass mich in Ruhe, ich will von Dir gar
nichts mehr hören". Diese Rebellion dauerte etwa zwei Jahre. In dieser
Zeit betete ich ´heimlich´ ab und zu zu Ihm, gelegentlich las ich sogar meine
Bibel und langsam wurde mir klar geworden, dass ich diese Beziehung mit
Ihm vermisste. Damals aber vermisste ich meinen irdischen Vater noch viel mehr.
Die Sehnsucht nach ihm war an einem Abend so stark, dass ich mit einer einzigen
Frage beschäftigt war. Wenn ich jetzt aus dem Fenster unseres Studentenhauses
rauspringen würde, könnte ich dann wenigstens für einen Augenblick bei ihm
sein?! Mein analytischer Verstand arbeitete ganz ohne Emotionen und wollte die
richtige Antwort herausfinden. Alles, was ich in dem Moment fühlte, war eine
tiefe Benommenheit und ein seltsamer Frieden.
Plötzlich erschien ein Bild direkt vor
meinen Augen. Ich sah eine große Handfläche mit mir in der Mitte sitzend,
schreiend und strampelnd wie ein verwöhntes Kind. Von oben kam die
wunderschönste Stimme, die ich je gehört habe, und sagte: Ich warte immer
noch auf dich. In diesen Worten war reine Liebe, Leidenschaft und Geduld,
keine Spur von Verdammnis, keine Spur von Vorwurf.
Das war das Ende der Diskussion! Ich
weinte vor dem Herrn und wiederholte: Es tut mir leid, es tut mir leid... Nach allem, was ich getan und gesagt habe, hältst Du mich immer noch
in Deiner Hand, Du kümmerst dich um mich, Du wartest geduldig auf mich und
jetzt sprichst Du auch mit mir?? Wer bin ich, Herr? Es tut mir Leid für alle
meinen bitteren Aussagen, es tut mir Leid für meine rebellische Art, es tut mir
Leid, dass ich Dich ignoriert habe, es tut mir Leid, es tut mir Leid... Herr,
ich habe Dich vermisst, und ich muss bei Dir sein, mit Dir sprechen, inmitten
aller Umständen. Auch wenn ich das jetzt nicht verstehen kann, ich entscheide
mich für Dich, es gibt keinen besseren Ort als in Deiner Hand.
Papa Gott, lass mich da bleiben für den Rest meines Lebens und ich werde für immer
glücklich sein.
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