Freiheit
Ich liebe die Freiheit!! Sie ermöglicht
mir das zu tun, wofür ich geschaffen bin; mich zu äußern, wenn ich etwas zu sagen habe, lachen, wenn
sonst niemand lacht, tanzen, wenn die anderen noch sitzen, singen, wenn es eine Totenstille um mich
herum gibt, einfach in jeder Situation ich selbst sein zu können. Ich bin davon überzeugt, dass
jeder Mensch für sich selbst kämpfen muss, um die eigene Freiheit zu erhalten und zu bewahren.
Meistens geht es nicht nur um eine Schlacht, sondern Kriege, die auch mehrere Jahre dauern können. Es
lohnt sich, für Freiheit zu kämpfen und Sie werden diesen Kampf gewinnen, wenn Sie nie aufgeben. In
Johannes 8,31-32 steht: „Da sagte Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem
Wort bleibt, seid ihr wirklich meine Jünger. Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die WAHRHEIT
wird euch befreien." Es klingt sehr einfach, aber das ist nur der Anfang. Ich glaube, dass dieser
Vers einer jener "alltäglichen Verse" ist, dass das Erkennen und Proklamieren der Wahrheit für unser
Leben, für Familie, Beziehungen und Nationen unsere dauerhafte Aufgabe hier auf der Erde ist.
Ist die Wahrheit das, was wir mit unseren physischen Sinnen wahrnehmen, oder das, was unser Schöpfer
sieht und über uns sagt? Wenn ihr in meinem Wort bleibt...
Nach dem Erkennen und Annehmen der
Wahrheit, dass Gott mich nie verlassen hat und dass Er sich um mich mit so viel Liebe kümmert, kam die
nächste Schlacht, die VERGEBUNG hieß. Manchmal ist es uns nicht bewusst, dass wir in einer
Unversöhnlichkeit leben. Oft stellen wir uns die Frage, wieso eine bestimmte Beziehung nicht so richtig
funktioniert, warum unsere Wunden aus der Vergangenheit immer noch offen und schmerzhaft sind und
warum wir uns gefangen und gelähmt fühlen. Ich selbst trug für etwa ein Jahr dieses Joch der
Unversöhnlichkeit gegenüber meinem Vater mit mir herum (siehe Blog: Offenbarung Seiner Liebe).
Als der Herr mir das im Gebet offenbarte, wollte ich zuerst gar nichts davon wissen! Es ist nicht wahr! Da
gibt es nichts zu vergeben, schrie meine Seele. Ich weiß, dass das, was er getan hatte, keine
Absicht war, er war schwer depressiv gewesen und er hatte für lange zwei Jahre mutig dagegen angekämpft.
Aber nach einer Weile kam das bekannte Gefühl der Verlassenheit und des Zorns in mir hoch,
und plötzlich wurde mir das klar. Was auch immer der Grund war: die Tatsache ist, dass unser Vater
uns verließ und wir nun selbst kämpfen müssen. Ob es seine Entscheidung war oder nicht: er hat uns
verlassen. Als ich diese innere Stimme nachgegangen bin verzieh ich meinem
Papa aus tiefstem Herzen – ohne weitere Fragen. Laut dem Gleichnis vom unbarmherzigen Schuldner
(Matthäus 18,23-35) sperrt uns die Unbarmherzigkeit ein und übergibt uns den Folterknechten!!! Der
Herr ist so barmherzig mit uns und wir sind nicht in der Lage, anderen ein paar Kleinigkeiten zu
vergeben? Als ich endlich vergeben konnte, spürte ich eine große Erleichterung und alle Bitterkeit
begann aus meinem Herzen zu weichen.
Der nächste Schritt auf meinem Weg in die
Freiheit war DANKBARKEIT. Sobald ich meine Gedanken auf die wunderbaren Zeiten richtete, die
wir gemeinsam als Familie erlebt hatten, begann meine Haltung Dankbarkeit zu wachsen.
Natürlich wird das wachsen, was Nahrung bekommt. Nach bestimmter Zeit merkte ich, unglaublich dankbar ich für meinen Papa war. Nicht vielen Vätern gelingt es, ihren Kindern so viel beizubringen, was mich mein Vater in diesem kurzen Zeitraum lehrte. Er hat mir gezeigt, wie man das Leben, die
Familie, Freunde und Natur lieben kann, wie Schwierigkeiten besser mit Humor zu
bewältigen sind, was Leidenschaft und Disziplin heißt, wie man andere Leute schätzen und wahrnehmen kann.
Er lehrte mich, dass Geben das Herz froh macht, dass wir uns selbst nie zu ernst nehmen sollten
und es das Wichtigste ist, eigene Träume nie aufzugeben.
Warum konzentrieren wir Menschen uns immer
wieder auf Dinge, die wir nicht haben, Dinge, die wir für wichtig halten, Dinge, die andere
Menschen haben? Deswegen sehen wir oft nicht das, was wir
haben: das Leben selbst, unseren Körper,
Gesundheit, Glaube, Familie, ein Zuhause, Freunde, gutes Essen, reines Wasser, Ausbildung,
Freiheit, Musik, Tanz, Frieden... Wenn wir damit nur anfangen, diese Dinge aufzuzählen, würde die Liste
sehr lang werden. Kinder in Afrika haben diese Herzenseinstellung und obwohl die fast
nichts besitzen, sind sie die glücklichsten Kinder der Welt. An einem Ort, wo wir waren, aßen die Kinder
jeden Tag Reis und Bohnen, Bohnen und Reis. Nur einmal
in der Woche bekamen die ein kleines
Stückchen Fisch oder Huhn. Als ich sie fragte, was ihr Lieblingsessen sei (nur Europäer können so
eine Frage stellen..), antworteten sie mit Begeisterung: Reis und Bohnen! Und so verstand ich, dass
ZUFRIEDENHEIT ein Schlüsselfaktor für ein Leben in Freiheit ist. Wie Paulus in Philipper
4,11-13 schreibt: „schließlich habe ich gelernt, in jeder Lebenslage zurechtzukommen. Ob ich nun wenig oder
viel habe, beides ist mir durchaus vertraut, und ich kann mit beidem zufrieden sein: Ich kann satt sein
und hungern; ich kann Mangel leiden und Überfluss haben. Alles kann ich durch Christus, der mir
Kraft und Stärke gibt."

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