Krankenhausgeschichte II


Diese Geschichte ist wirklich heilig fϋr mich. Es ist vor mehr als einem Jahr passiert, es erstaunt mich aber immer noch. Damals leitete ich eine kleine kardiologische Abteilung im Krankenhaus und fand raus, dass leiten heiβt anderen zu dienen. Nach zwei Jahren spürte ich, es wäre Zeit die Stelle zu wechseln und sich eine kleine Auszeit zu leisten. Ich kϋndigte im Mai, aber laut Vertragsbedingungen musste ich noch für weitere 4 Monate arbeiten. Es war sehr enttäuschend, denn ich musste den ganzen Sommer, bis Ende September arbeiten. Erst viel später kapierte ich, dass der Zeitpunkt von Gott bestimmt wurde.

In dieser Zeit befand sich die Mutter meiner Krankenschwester im gnadenlosen Kampf mit Gehirntumor. Krebs verbreitete sich schon im ganzen Körper und sie wurde immer wieder bewusstlos. Meine Krankenschwester war ca. 40 Jahre alt, orthodoxe Gläubige. Ich habe sie zum Heilungsgottesdienst in unserer Gemeinde eingeladen.  Sie kamen auch, aber leider war die Musik für die alte kranke Dame zu laut, sie hatte an dem Tag auch schreckliche Kopfschmerzen und so sind die ca. nach 10 Minuten gegangen. Als ich sie begrüßte, sagte mir etwas, dass sie nicht auf dieser Erde geheilt wird. Also habe ich meinen Unglaube getadelt.

Auf Arbeit hatte ich mehr und mehr Aufgaben und an den meisten Tagen war ich damit richtig beschäftigt. An einem Freitag Nachmittag, wollte ich auf die Intensivstation zur Visite vor meinem Wochenenddienst, als meine Krankenschwester, Jasenka, zu mir kam und sich in den Patientenstuhl setzte. Sie schaute mir in die Augen und fragte ehrlich: „Judith, ich weiβ dein Papa verstarb als du noch viel jünger warst als ich jetzt,  trotzdem bist du so frӧhlich. Ich bin nicht bereit meine Mama gehen zu lassen. Wie hast du es geschafft?"

Herr, kann das sein? Fragt sie mich gerade nach meinem Zeugnis? Okay, soll ich ihr die kurze oder die volle Version erzählen? Die Antwort war eindeutig – die vollständige Version.. Oh Herr, bitte hilf mir, es klar zu kommunizieren, vor allem die umstrittenen Aspekte meiner Geschichte. Dann schnell los. Ich öffnete mein Herz, erzählte ihr alles, ging das Risiko ein, dass sie mich fϋr irre halten kann. Ich erzählte ihr, wie ich meinen Vater im Himmel sah und dass er genau das tun konnte, wofϋr er geschaffen war, und dass das die komplette Heilung meiner Seele gebracht hat. Ich wusste, dass ihre Mama gläubig war und sagte ihr: „Jasenka, deine Mama wird im Himmel tun, wofϋr sie geschaffen wurde, sie wird das machen kӧnnen, was sie jetzt in diesem irdischen Zustand nicht mehr leisten kann." Ich erinnere mich, wie ihre Augen voll von Tränen mit Licht erfϋllt wurden und sie lächelte wunderschön. „Ich weiβ, was sie tun wird: Arbeiten!" Sie bekam einen tiefen Frieden, Frieden, der unseren Verstand ϋbertrifft. Ich ermutigte sie, mit ihrer Mama zu beten, die Bibel zu lesen und mit Gott ϋber alles offen zu reden. Drei Tage später starb ihre Mama friedlich.   

Ich erinnere mich, wie Jasenka ein Tag nach der Beerdigung zur Arbeit kam. Mit einem wunderschӧnen Lächeln! Ich fragte Gott, ob es jetzt nicht ein bisschen ϋbertrieben ist. Aber sie strahlte  Frieden, Hoffnung und Liebe aus. Natϋrlich war sie traurig und vermisste ihre Mama, aber gleichzeitig wusste sie, dass sie sich schon an einem viel besserem Ort befindet. Wo sie nicht mehr leiden muss und jetzt mit Engeln arbeiten darf! Und da passierte noch etwas. Es war als ob meine geistliche Autorität ϋber der Station auf sie ϋbertragen wurde. Sie begann den anderen Mitarbeitern das Licht, Frieden und Freude zu bringen! Es war wirklich Gottes Plan in Seiner perfekten Zeit. Ich konnte das Krankenhaus verlassen und wusste, dass Seine Präsenz da bleibt. Jasenka fing an, zum ersten Mal in ihrem Leben selbst Bibel zu lesen. Das letzte Mal als ich mich mit meinem Dreamteam traf, machten wir paar Fotos zusammen. Jasenka zeigte sie mir und sagte aufgeregt: „Guck mal, wir beide sehen so ähnlich aus!" Ich musste lachen. Tatsächlich, wir beide sind Töchter des grӧβten Gottes, wir sind wirklich Schwestern! Danke Herr!


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